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Dienstag, 03.05.2011

Keine Erfolgsgarantie: Die Eisheiligen

Zu den wichtigen gärtnerischen Terminen zählen jedes Jahr die „Eisheiligen“. Dieses sind Tage im Mai, die bestimmten Heiligen gewidmet sind, und nach denen, so will es die Tradition, man guten Gewissens auch frostempfindliche Pflanzen aussäen oder einpflanzen kann.

Diese Tage sind:

11. Mai - Mamertus

12. Mai - Pankratius

13. Mai - Servatius

14. Mai - Bonifatius

15. Mai – Sophia (auch bekannt als die „kalte Sophie“)

Doch nicht selten kommt es vor, dass trotz dieser Regeln der Frost noch „zuschlagen“ kann. Was natürlich bitter ist, denn letztlich gibt es jetzt schon überall die Sommerblumen  und Gemüsepflanzen zu kaufen, und man will sich, auch verleitet durch das überdurchschnittlich warme Wetter der letzten Wochen, die Pflanzen auch in Beete und Balkonkästen setzen.

Gründe, warum man die Eisheiligen nur mit Vorsicht genießen sollte sind:

  1. Unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichen Wetterzonen. So gibt es z.B. zwischen der oft (und gerade in diesen Tagen wieder) mit Kälte geplagten Insel Rügen und der Weinstraße gravierende Temperaturdifferenzen;
  2. Jahrhunderte alte  Beobachtungen  und Wetterstatistiken zeigen deutlich, dass es auch nach den Eisheiligen, etwa bis Ende Mai, noch Nachtfrostgefahr gibt;
  3. Bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 wurden nach komplizierten Berechnungen zur Begradigung der Zeit  im Oktober des Jahres einfach 10 Tage ausgelassen. Daraus lässt sich schließen, dass die „echten“ Eisheiligen eigentlich auch 10 Tage später sein müssten (also vom 21.-25. Mai). Da die Eisheiligen aber an die Heiligentage gebunden waren, blieben sie so, wie wir sie kennen.

Als Fazit aus diesen Überlegungen kann man die Empfehlung ableiten, die Eisheiligen eher zurückhaltend zu behandeln und vielleicht mit dem Auspflanzen noch ein paar Tage zu warten.

Mittwoch, 09.03.2011

Frühjahrsblumen jetzt kaufen?


Kein Zweifel, der Frühling ist heute, am 9. März, nicht nur meteorologisch schon angebrochen, die ersten Zaubernüsse, Schneeglöckchen und Krokusse versprühen draußen bereits ihr Farbfeuerwerk. Da „juckt“ es geradezu, in den Garten oder auf den Balkon Farbe zu bringen. In Gärtnereien und Floristikfachbetrieben findet man dafür hochwertige Ware, jedoch: das Angebot ist meistens auf vorgetriebene Zwiebelblumen und Primeln beschränkt. Ganz anders die Baumärkte. Sie bieten jetzt schon die ganze Palette der Frühjahrsblüher an. Die Frage ist: Können wir diese bedenkenlos kaufen und einpflanzen?

Um die Frage zu beantworten, sollte man folgende Fragen mit ja beantworten können:

  1. Sind die Temperaturen bereits so weit gestiegen,  dass die Pflanzen problemlos wachsen können?
  2. Ist der Boden überhaupt so weit aufgetaut, dass die Pflanzen eingepflanzt werden können? Besonders wichtig ist diese Frage bei den Gehölzen, die jetzt bereits überall angeboten werden. Ist der Boden auch in 30-40 cm Tiefe bereits aufgetaut?

Meist ist das nicht der Fall. Dazu kommt, dass die Baumarktware meist Gewächshausware ist, die an Nachtfröste und kalte Temperaturen nicht gewöhnt ist. Wenn man selbst ein Gewächshaus oder Frühbeetkasten hat, kann man diese Pflanzen noch abhärten. Ansonsten kann der erste Nachtfrost die Pflanzen übel zurichten. Auch nicht optimal ist, die gekauften Pflanzen für ein paar Tage zur Überbrückung ins Haus zu holen, sie vergeilen schnell.

Besser ist es, so lange mit dem Kauf zu warten, bis die Temperaturen dauerhaft für ein paar Tage über Null bleiben. Dann nehmen die Pflanzen auch keinen Schaden und passen sich an.

Besser ist es aber, die Pflanzen erst später zu kaufen. Dann bieten auch die Gärtnereien ein größeres Angebot an guter Ware an, die auch besser akklimatisiert ist.

Und da wir gerade dabei sind: Spätestens zu Ostern tauchen in den Baumärkten bereits die ersten Geranien, Fuchsien oder Tagetes auf. Meine Empfehlung:

Finger weg!

 

Dienstag, 09.11.2010

Für Teich und Topf: Die Korkenzieherbinse


Zu den häufigsten Pflanzen an einheimischen Gewässern und Teichen gehört die sogenannte Flatterbinse, Juncus effusus. Sie ist sehr wuchsfreudig, wächst im Sumpf- und Flachwasserbereich und taucht an feuchteren Stellen auch im Garten auf normalen Beeten auf.

Eine interessante Wuchsform der Flatterbinse ist Juncus effusus Spiralis mit verquirlten Blättern. Anders als bei der ursprünglichen Art wachsen die Triebe nicht streng aufrecht, sondern mehr oder weniger unordentlich in alle Richtungen. Wegen ihres eigenartigen Wuchses trägt diese Pflanze den Namen Korkenzieherbinse oder Liebeslocke. Sie wächst nicht ganz so stark wie die Ursprungsart, wird etwa 40 cm hoch, geht dabei aber ziemlich in die Breite, was beim Pflanzen im oder am Teich berücksichtigt werden sollte. Ansonsten stellt sie die gleichen Ansprüche wie die ursprüngliche Art, ist genauso winterhart und auch vermehrungsfreudig. Aus den Samen der Binse entstehen wieder neue kleine Binsen, die sich im Garten gerne „breit machen“. Wenn man diese als „Unkraut“ in anderen Beeten nicht unbedingt wegwerfen will, gibt es noch eine andere Verwendungsmöglichkeit: als Topfpflanze. Als Sumpfpflanze sollte sie im Zimmer stets nass gehalten werden, am besten ist es, wenn das Wasser im Topf steht. Sie benötigt außerdem einen hellen Standort. Und: kleine selbstgezüchtete Korkenzieherbinsen sind auch ein außergewöhnliches blumiges Geschenk.


Sonntag, 26.09.2010

Kein Platz für Kompost?

Wenn man die regelmäßig im Zeitschriftenhandel erscheinenden Gartenzeitschriften durchliest, dann stößt man in fast jeder Ausgabe auf einen Artikel zur Gestaltung eines Gartens. Grundlage ist meist ein verwilderter, langweilig angelegter Garten oder ein spezielles Grundstück, z.B. „Reihenhausgarten“. Und dann präsentieren Gartengestalter sehr fantasievolle, attraktive Pläne für die Neugestaltung der fraglichen Gärten. Mit manchmal ziemlich genialen Lösungen für Wege, Plätze und Beetgestaltung. Ähnliches gab es auch schon mal in einer Gartensendung eines großen Kölner Privatsenders, die aber  zurecht vom Bildschirm verschwand.

Aber etwas haben die Autoren von Zeitschriften und Fernsehen in so ziemlich allen Fällen missachtet: die praktische Umsetzung der Ideen im Alltag eines Gartens. Sprich: In keiner der genialen Gartenpläne wird Platz gelassen für die Frage: Wohin mit den Gartenabfällen?

Die geplanten Gärten verfügen meistens  über Bepflanzungen, die im Laufe des Jahres durchaus etwas Arbeit machen können und bei denen auch jede Menge pflanzlicher Abfall entsteht (Schnittgut, verwelktes Pflanzmaterial, Wurzelreste, ggf.  Wildkräuter). Spätestens, wenn das erste Mal im Traumgarten ein Pflanzenschnitt, Laub oder verblühte Pflanzenreste auftauchen, muss der Gartenbesitzer sich fragen: Wohin damit?

Anders ausgedrückt: Es gibt keinen Platz für einen Komposthaufen!

Nun gibt es mittlerweile in allen Kommunen ja die praktische Lösung von Biotonne oder Biosack. Aber erst einmal kostet das meistens auch Geld, dann, zu bestimmten Zeiten „sprengt“ die Menge der Gartenabfälle auch das Volumen von Tonne oder Tüte, und außerdem – was für eine Verschwendung! Aus den meisten Gartenabfällen lässt sich Kompost herstellen und damit ein vollwertiger Dünger zum Nulltarif. Aus Grassschnitt oder Gehölzresten kann man Mulchmaterial herstellen.

Vielleicht braucht man auch irgendwo im Garten einen kleinen Abstellplatz, auf dem man anfallende Materialien der Gartenarbeit mal abstellen und zwischenlagern kann.

Und auch die Wasserfrage sollte man in diesem Zusammenhag stellen. Gibt es einen Wasseranschluss, der im Hinblick auf die Gartenarbeit günstig liegt? Mehr noch, sollte man bei allen Gartenplanungen nicht gleich ökologische Maßnahmen wie z.B. das Aufstellen von Regentonnen am Haus berücksichtigen?

Liebe Redakteure der Gartenzeitschriften, ermuntert doch mal eure Planerinnen und Planer, diese praktischen Elemente des Gartens zu berücksichtigen. Versteckt durch ein Klettergerüst mit attraktiven Schlingpflanzen oder eine kleine schmale Hecke, fällt so ein Kompostsilo gar nicht mehr auf. Und bezüglich der Regentonnen hat der Handel mittlerweile auch optisch attraktive Lösungen im Angebot.

Dienstag, 14.09.2010

Von der Fensterbank in den Garten

Wenn Besuch kommt, dann gibt es häufig Blumengeschenke. Etwas Blühendes nach Saison, oder auch Schalen mit gemischtem Inhalt. Häufig stellt sich dann nach einer Weile, wenn das Blühende verblüht ist, die Frage, wohin damit. Außerdem leiden nicht wenige geschenkten Topfpflanzen unter der manchmal zu trockenen oder warmen Zimmerluft. Zum Glück gibt es für manche Pflanzen statt Biotonne oder Mülleimer auch deinen guten Weg: Ab in den Garten!

So kann man Primeln, wenn sie verblüht sind, durchaus in den Garten umsetzen. An nicht zu trockenem, halbschattigem Ort können sie durchaus mehrere Jahre weiterleben. Zwiebelblumen, im zeitigen Frühjahr oft als Topfware angeboten, können ebenfalls im Garten erfolgreich weiterwachsen (besonders Traubenhyazinthen und die Narzisse „Tete-a-Tete“, häufig im Angebot). In den erwähnten „Schalen mit gemischten Inhalt“  finden sich häufig Efeupflanzen. Auch diese lassen sich problemlos im Garten weiterkultivieren. Als Beispiel hier mal eine kleine Efeupflanze, die, aus einer Schale in einen großen Außenkübel gepflanzt, sich gewaltig entwickelt hat und schon für zahlreichen Nachwuchs sorgen konnte.

 


Schließlich sei auch noch die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) erwähnt. Auch sie ist, sowohl im Frühjahr als auch im späteren Sommer, in Blumenläden erhältlich. Nach ihrer Zimmerkarriere kann die Pflanze im Garten (etwas Winterschutz in den ersten Jahren vorausgesetzt), zu einem großen Busch heranwachsen.


Wissenswertes zu Bärlauch…



Eine Pflanze, die früher eher als Wildkraut einen guten Namen, hatte, hat mittlerweile seinen Siegeszug in unseren Gärten und Küchen angetreten: Der Bärlauch (Allium ursinum).

Sie ist bei uns – zumindest in der Mitte und im Süden des Landes, in Laubwäldern häufig heimisch. Ab März schiebt die Pflanze sein bis 20 cm hohes Blattwerk aus dem Boden, das intensiv nach Knoblauch duftet. Etwas später folgen die für Allium-Arten typischen Blütenstände mit weißen Einzelblüten. Zum Sommer sterben dann die Blätter ab.

 

Im Garten eignet sich Bärlauch, dem natürlichen Standort entsprechend, für die Pflanzung unter Laubsträuchern oder –bäumen. Der Boden sollte humos und leicht kalkhaltig sein.

Gepflanzt werden sollte am besten im Herbst; und das ist letztlich auch eine Preisfrage. Denn die fertigen Bärlauchpflanzen, die man im Frühjahr bekommt, sind relativ teuer. Die Zwiebeln, die man im Herbst erwerben kann, sind günstiger. Für zehn Pflanzen im Frühjahr gibt man ca. 30 Euro aus, die gleiche Menge Zwiebeln bekommt man teilweise schon ab DREI(!) Euro. Noch billiger ist Aussäen. Allerdings wird man dann teilweise sehr lange auf die Ernte warten müssen. Erstens muss man berücksichtigen, dass die Samen des Bärlauchs eine lange Keimdauer haben. Sät man im Herbst, kann es mitunter dazu kommen, dass die Samen erst im übernächsten Frühjahr keimen. Auch braucht Bärlauch eine Kälteperiode mit Frost von ca. 8 Wochen, ohne die die Keimung nicht erfolgreich ist. Wegen der langen Keimdauer empfiehlt es sich durchaus, die Samen nicht im Freiland, sondern kontrolliert in Töpfe mit steriler Aussaaterde auszusäen, die dann geschützt platziert werden.

In einigen Quellen wird behauptet, Bärlauch sei ein Lichtkeimer. Ich halte das für falsch. Denken wir daran, was beim Bärlauch bei der Samenproduktion passiert. Wird der Samen reif, platzen die Samenstände auf und die Samen fallen auf den Boden. Aber: Im Herbst fällt am natürlichen Standort (Laubwald!) natürlich viel Laub auf die Samen. Selbst wenn dieses Laub bis zum Frühling größtenteils verrottet sein sollte, bleibt doch eine dünne Abdeckschicht zurück. Sofern sind die Kulturhinweise, die Samen mit einer dünnen Humusschicht abzudecken, sicher nicht verkehrt.

Mittwoch, 08.09.2010

Schnell in den Boden!

Wie bereits im letzten Post erwähnt, kommen ja jetzt nach und nach die Blumenzwiebeln für die Frühjahrsblüte in die Erde. Mit einigen kann man sich zwar noch Zeit lassen, für eine Art wird es aber schon Zeit: Die Traubenhyazinthe (Muscari). Denn anders als die anderen Frühjahrsblüher, die sowohl Blüten wie auch Laub erst im Frühjahr aus dem Boden schieben, entwickeln Traubenhyazinthen bereits JETZT ihr Blattwerk. Und dieses trotzt Schnee, Eis und Frost. Auch nicht schlecht: Wühlmäuse lassen Traubenhyazinthen völlig in Ruhe.


Gedenkemein (Omphalodes verna)

Jetzt ist es Zeit, an den nächsten Frühling zu denken. Überall werden Blumenzwiebeln angeboten und gepflanzt. Dabei übersieht man of, dass es ja auch frühjahrsblühende Sträucher oder Stauden gibt (oder sie werden jetzt schlicht und einfach nicht angeboten, sondern erst blühend im nächsten Frühjahr).

 

Eine Pflanze aus dieser Kategorie möchte ich wärmsten empfehlen, das Gedenkemein (Omphalodes verna). Ein Blick auf das Bild verrät die Verwandtschaft zum ebenfalls im Frühjahr blühenden Vergissmeinnicht. Das Gedenkemein ist jedoch eine bodendeckende Staude, die im Frühjahr einen strahlend blauen Blütenteppich produziert. Nach der Blüte ist die Pflanze, mit eher dezentem Laubschmuck ausgestattet. Dadurch eignet sich die Pflanze aber ideal für einen speziellen Standort: Unter Laubbäume oder Sträucher gepflanzt, bietet sie im zeitigen Frühjahr ein farbliches Feuerwerk, während die Sträucher und Bäume noch kahl darstehen. Sind diese dann später belaubt, kommt das Gedenkemein mit den geringen Lichtmengen völlig aus.


Bodendeckende Trockenkünstler

Manchmal hat man mit Rasen keinen Erfolg. Oft ist es der enorme Wasserbedarf, der – gerade in trockenen Sommern wie dem diesjährigen, aus dem grünen Teppich schnell eine verdorrtes Feld werden lässt. Auch ist die ständige Pflege eines Rasens oft zu zeitaufwendig. Wenn man nicht gerade den Rasen zum Spielen oder Liegen nutzt, kann es reizvoll sein, eine Art „Ersatzrasen“ anzulegen, den man nicht betritt, der aber über das Jahr so gut wie keine Arbeit macht. Dafür verwendet man Boden deckende Pflanzen, die sonnenliebend sind, keine Bodenansprüche stellen, immergrün und trockenheitsresistent sind. Die meisten Kandidaten dafür kennen wir aus den Steingärten wie etwa Teppichphlox, niedrige Sedum-Arten oder auch verschiedene Thymiansorten. Drei meiner Favoriten für eine solche Bepflanzung möchte ich hier vorstellen:

Die

Römische Kamille
(Chamaemelum nobile) hat eine Wuchshöhe von 15-30 cm, ausgestattet mit typischem Kamillenlaub und –blüten, wobei es außer der „klassischen“ Blütenform auch gefüllte Sorten gibt. Die Art breitet sich über Bodentriebe aus und kann über solche auch vermehrt werden.

Das

Stachelnüsschen
(Acaena microphylla)  ist einer der seltenen Gartengäste aus Neuseeland. Die Pflanze aus der Familie der Rosengewächse hat eine Wuchshöhe von 10 cm, der Name kommt von den seeigelähnlichen Minifrüchten, die die Pflanze im Sommer entwickelt. Die Pflanze vermag in kürzester Zeit größere Flächen zu bedecken. Es gibt grüne und braunrot gefärbte Sorten.

Der

Goldoregano
(Origanum vulgare) ist eine etwas schwachwüchsigere Form als der normale Oregano. Die Wuchshöhe ist 30 cm, und je nach Sonneneinstrahlung färbt sich das Laub gelbgrün oder gelb. Die größeren Horste sind während der Blütezeit, wie übrigens auch die meisten anderen Kandidaten des „Ersatzrasens“, eine Art Tankstelle für viele Insekten.

 

Donnerstag, 09.07.2009

Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Eine der vielleicht anspruchslosesten, dankbarsten und aufgrund ihrer Optik interessantesten Pflanze für den Garten ist der sogenannte Frauenmantel.

Die Frauenmäntel aus der der Familie der Rosengewächse (Roseaceae) sind in der ganzen Welt verbreitet, mit zahlreichen Arten haben sie so ziemlich alle Klimazonen und Untergründe erobert.

Biologisch sind die Pflanzen interessante Forschungsobjekte, so sind ihre Chromosomenzahlen zum Teil recht ungewöhnlich – außerdem gibt es bei der Vermehrung Besonderheiten. So gibt es wegen bestimmter Defekte eigentlich keine geschlechtliche Vermehrung. Dass es die Pflanzen trotzdem noch gibt, hängt damit zusammen, dass die Pflanzen ihre Samen ohne Befruchtung ausbilden können. Man nennt dieses Art der Fortpflanzung „agamosperm“. Eine Vermehrungsart, die – unter dem Namen „Jungfernzeugung“ (Parthenogese) auch bei Tieren, z.B. bei Fischen (gesehen bei Haien und den Kärpfling Poecilia formosa) oder dem Marmorkrebs (Procambarus sp.) möglich ist. Bei Säugetieren klappt das übrigens nicht…. wir Männer werden also nicht überflüssig werden…

Zurück zum Frauenmantel: Der bei uns in Gärten und Parks anzutreffende Frauenmantel ist recht problemlos. Er eignet sich gut für die Anlage von pflegeleichten Gartenanlagen in sowohl sonniger bis halbschattiger Lage. Die Pflanzen blühen im Juni. Auf den Blütenständen entwickeln sich zahlreiche winzige Einzelblüten, die gemeinsam einen schönen gelbfarbigen Gesamteindruck ergeben. Die Blütenstände werden auch in der Blumenbinderei genutzt. Der Boden sollte nicht zu mager oder zu trocken sein. Die Pflanzen lassen sich gut mit Stauden mit ähnlichen Ansprüchen wie z.B. Storchschnabel vergesellschaften. Wenn man nach der Blüte die Blütenstände kappt, kommt es im Spätsommer nochmals zu einer zweiten Blüte. Dieses Abschneiden ist auch aus einem anderen Grund zu empfehlen: Denn Frauenmäntel haben die Eigenschaft, recht vermehrungsfreudig zu sein. Freut man sich anfangs noch über ein paar kleine Nachwuchspflänzchen, so kann die Vermehrungsfreude der Pflanze durchaus „unkrautartige“ Ausmaße annehmen…